Aufgaben & Ziele
Was wir machen
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins ÖZPGS haben die Aufgabe, Tätigkeiten im Sinne von Beratungen, Moderationen und Interventionen zur psychosozialen Gesundheitsförderung an Schulen, die vom Bildungsresort bzw. den in den Bildungsdirektionen eingerichteten schulpsychologischen Diensten beauftragt werden, durchzuführen.
Gesundheit wird in der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation (1948) definiert als: Ein Zustand des vollständigen körperlichen, sozialen und geistigen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechen.
Im Rahmen der schulischen psychosozialen Unterstützung verfolgen wir das Ziel, Kinder und Jugendliche ganzheitlich zu begleiten und ihre Entwicklung bestmöglich zu fördern.
Gesundheitsförderung im Setting Schule setzt sich zum Ziel, alle an der Schule Beteiligten in ihrer Gesundheitskompetenz zu stärken. Damit zielt die schulische Gesundheitsförderung auch darauf, die konkreten Lehr-, Lern- und Arbeitsbedingungen an Schulen in einer gesundheitsstärkenden Weise zu verbessern. Schulische Lernräume und Arbeitsroutinen sollten partizipativ so gestaltet werden, dass sie die Gesundheit fördern, anstatt sie zu beeinträchtigen.
Darunter fallen auch Maßnahmen zur Gewaltprävention. Unter Gewaltprävention werden alle institutionellen und personellen Maßnahmen, die der Entstehung von Gewalt vorbeugen bzw. diese reduzieren, verstanden. Diese Maßnahmen beziehen sich auf die Person selbst, auf deren Lebensumfeld sowie auch auf die davon betroffenen sozialen Systeme mit dem Ziel, erwünschte Änderungen des Bewusstseins, des Erlebens und des Verhaltens im personalen, kommunikativen und interaktiven Bereich der Individuen, der Gruppen und Gemeinschaften zu bewirken.
Schulsozialarbeit
Schulsozialarbeit ist entsprechend der Definition von OGSA (2025) ein dauerhaft an einer Schule integriertes niederschwelliges Unterstützungsangebot, das Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in ihrem Entwicklungsprozess bei einer gelingenden Lebensbewältigung professionell begleitet. Dafür kooperiert sie mit Lehrkräften, Erziehungsberechtigten sowie weiteren sozialen und bildungsbezogenen Einrichtungen und fungiert als Schnittstelle zu den außerschulischen Lebenswelten.
Durch kontinuierliche Beziehungsangebote an die Zielgruppen können Problemstellungen bereits im Vorfeld erkannt und Unterstützung in einem möglichst frühen Stadium gewährleistet werden. Handlungsleitend dafür sind insbesondere Beziehungsorientierung, niederschwellige Erreichbarkeit, Freiwilligkeit, Ressourcen- und Systemorientierung. Die Förderung der Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen, insbesondere zur Stärkung der individuellen Bewältigungsstrategien und der persönlichen Bildungsperspektiven, steht neben dem Abbau von Benachteiligungen im Vordergrund.
Basierend auf den Prinzipien der UN-Kinderrechtskonvention zielt Schulsozialarbeit darauf ab, die Lebens-, Bildungs- und Entwicklungsbedingungen und -chancen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Mit den Methoden der Sozialen Arbeit – dazu zählen Beratung bzw. Einzelfallhilfe, Präventionsarbeit, (Krisen)Intervention, soziale Gruppenarbeit, Gemeinwesen- und sozialraumorientierte Arbeit inkl. Vernetzung – setzt sie Angebote im primär-, sekundär- und tertiärpräventiven Bereich.
Gesundheitsförderung in der Schule muss in einen Prozess der Schulentwicklung eingebunden sein, und zwar, um eine Wirkung zu erzielen, in jener Art, dass die Ansätze mehrere Ebenen gleichzeitig berücksichtigen (Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Klassen- und Schulebene). Grundsätzlich werden in der psychosozialen Arbeit entsprechend dem Zeitpunkt des Eintretens des Problems und dem Ziel der Maßnahme drei Präventionsebenen unterschieden. Im Sinne einer professionellen Vorgangsweise umfassen alle Maßnahmen der primären, sekundären und tertiären schulischen Gesundheitsförderung eine Diagnose, Beratung und Behandlung.
PRIMÄRE PRÄVENTION
PRIMÄRE PRÄVENTION dient im Vorfeld der Verhinderung durch psychosoziale Aktivitäten. Prophylaktisch werden gewaltfördernde Bedingungen aufgedeckt und verändert sowie ein adäquater Umgang damit erarbeitet.
Bedeutung im Kontext Schule: soziales Kompetenztraining oder Verbesserung der Kommunikation mit Klassen oder Gruppen von Schülerinnen und Schülern, Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung, psychosoziale Einzelfallarbeit, Beratung aller Schulpartner, Lehrpersonalcoachings, Sprechstunden, interdisziplinäres koordiniertes Arbeiten (Schulpsychologie, schulärztlicher Dienst, Schulsozialarbeit, Beratungs-, Betreuungslehrerpersonal, Peer-Mediation)
SEKUNDÄRE PRÄVENTION
SEKUNDÄRE PRÄVENTION zielt durch Interventionen auf bereits identifizierte Personen und Gruppen ab, um Schadensminderung als auch Kompetenzförderung mittels psychosozialer Beratungen und Programme zu ermöglichen.
Bedeutung im Kontext Schule: Interventionen hinsichtlich Konfliktklärung, Streitschlichtung, (Cyber-)Mobbing sowie Beratungen zur Stärkung des Selbstwertes, Lernen von Handlungsalternativen mit Schülerinnen und Schülern sowie Klassen, Verhinderung von negativen Verhaltensänderungen (Selbst-, Fremdgefährdung), Nutzen von schulischen und außerschulischen Institutionen
TERTIÄRE PRÄVENTION
TERTIÄRE PRÄVENTION beabsichtigt durch rehabilitative oder resozialisierende Maßnahmen eine Verhinderung des Rückfalls.
Bedeutung im Kontext Schule: Schadensbegrenzung, Sicherung der positiven Veränderungen sowie (Wieder-)Herstellung adäquater psychosozialer Stabilität bei identifizierten Personen und Risikogruppen